X

Der Königsweg an die Weltspitze

Das Mönchengladbacher Unternehmen AUNDE ist ein Vorzeigebeispiel für einen gelungenen Strukturwandel in der Textilindustrie. 1899 als Achter und & Ebels gegründet, gelang ab 1982 der Sprung vom Einzelunternehmen für Tuche zur internationalen Gruppe für Automobiltextil/-leder, Fahrzeugsitze und technische Federn. So wurde aus Achter & Ebels die AUNDE Group. Sitz des Unternehmens ist bis heute Mönchengladbach. Kopf und Garant des Erfolges ist seit 1978 Rolf Königs als CEO und Chairman, der sich über das Unternehmen hinaus ehrenamtlich in vielen Verbänden und Vereinigungen der Industrie engagiert, ebenso aber für soziale und sportliche Ideen.

Mit der Dampfkraft fing es 1899 an. Die Webstühle zu Hause wurden durch mechanisierte Webereien abgelöst. Gegründet wurde Achter & Ebels von Conrad Ebels und Viktor Achter. Ein kleiner Anfang mit zwölf Webstühlen an der Alsstraße, auf denen zunächst strapazierfähige Männerstoffe hergestellt wurden. Später kamen auch Stoffe für Damenmode hinzu. Da die Firmengründer auch frühe "Autonarren" waren, begannen sie bereits in den 1920er Jahren mit technischen Textilien für Automobilsitze. Die Firma expandiert. Weit vor den Toren der Stadt erwarb Achter und Ebels 1908 ein großes Grundstück für eine neue Fabrik. Damit gelang die rasante Entwicklung zur Volltuchfabrik im großen Stil. Die Produktion begann dort auf 87 Webstühlen, nur fünf Jahre später waren es bereits 150 Webstühle. Mit 500 Beschäftigten war Achter & Ebels 1927 bereits das größte private Textilunternehmen der Tuchindustrie am Niederrhein.

Nach dem Krieg geriet die Textilindustrie in die Krise. Von 1950 bis 2010 ging die Zahl der Textilunternehmen in Deutschland um 81 Prozent zurück, von 3791 auf 732, die Zahl der Beschäftigten sogar um 89 Prozent. Immer teurere und größere Maschinen ersetzten die Handarbeit. Die Textilwirtschaft wurde von einer lohnintensiven Industrie zu einer kapitalintensiven. Rolf Königs leitete für AUNDE 1978 einen entscheidenden Wandel ein, mit dem der Strukturwandel gelang: Aus dem Tuchhersteller wurde ein Systemlieferant der Automobilindustrie. Das Wissen als Spezialist wurde international zum Erfolgsmodell. Besonnen expandierte Königs mit AUNDE in 21 Länder, stets nah am Kunden und seinem lokalen Markt. So führte er AUNDE an die Weltspitze. Im Segment der technischen Textilien liegt der Marktanteil deutscher Unternehmen nach Angaben der Deutschen Bank bei 45 Prozent. AUNDE mischt ganz vorne mit. Bis 1982 gab es nur den Standort in Mönchengladbach. In Spanien wurde 1986 der Sitzhersteller Esteban übernommen, es folgte 1991 Isringhausen in Lemgo, der international anerkannte Hersteller von Sitzsystemen und Technischen Federn. Heute sind es 86 Werke in 25 Ländern.

Das seit der Gründung reine Textilunternehmen erweiterte sich durch die Produktion von Autositzen. Neben Textilien wird auch längst Leder für Autositze verarbeitet. Ob VW, BMW, FIAT oder DAIMLER, heute beziehen alle namhaften Automobilhersteller der Welt Textilien, Leder oder Sitze der AUNDE Group. Beim Sprinter-Werk in Düsseldorf gibt es eine Sitzfertigung direkt auf dem Werksgelände. So erhält DAIMLER die georderten Sitze "just in sequence" mit einer Bestellzeit von drei Stunden. Die AUNDE Group gehört heute weltweit zu den 100 größten Automobilzulieferern. Die Qualitätsanforderungen an Textilien im Automobil sind gewaltig und gehen weit darüber hinaus, nur licht- und flammfeste Textilien herzustellen. Bei AUNDE verfolgt die Belegschaft mit der Null-Fehler-Strategie, die ständige Produktverbesserung. Das zahlt sich aus, Beanstandungen sind seltene Ereignisse. Als nächste Herausforderung stellt AUNDE sich den noch strengeren Qualitätsanforderungen der Raum- und Luftfahrtindustrie.

AUNDE investiert nicht nur in Produkte und Prozesse, sondern auch in die Ausbildung und Qualifikation von jungen Menschen. Von 1980 bis 2011 wurden in NRW 1280 Auszubildende zu Facharbeitskräften ausgebildet, allein in Mönchengladbach waren es 443. Aber es gibt ebenso 537 Jubilare in NRW, die bereits 25, 40 oder 50 Jahre im Betrieb sind oder waren. In Mönchengladbach sind es 193 Jubilare, von denen noch 40 im Unternehmen arbeiten.

Vorbildlich ist das Unternehmen nicht nur in seinen Produkten und seinem Management, sondern auch im nachhaltigen Wirtschaften. So konnte der Wasserverbrauch aus eigenen Brunnen seit 1985 um 96 Prozent gesenkt werden. Der Ölverbrauch ging bis 2010 um 92 Prozent zurück. Das hohe Maß an Innovation im Unternehmen half mit, die Emissionen radikal zu verringern. Mit strategischem Geschick und unbedingtem Erfolgswillen hat Rolf Königs das Unternehmen in drei Jahrzehnten an die Weltspitze gebracht. Auch für den Sport ist er erfolgreich: Als ehrenamtlicher Präsident des Fußballclubs Borussia Mönchengladbach hat er die Millionenschulden des Vereins mittlerweile vollständig abgebaut. AUNDE und Königs sind ein ganz besonderes Gespann Mönchengladbacher Erfolgsgeschichten.

 

AUNDE Group
Waldnieler Straße 151
41068 Mönchengladbach

Tel. 02161 935-0


info@aunde.de

www.aunde.com