Tourismus



Bilder: Niederrhein Tourismus GmbH
Fotograf: Helmut Berns (Moers)
Langen Foundation (c)Saša Fuis Fotografien, Köln

Gasthof Kaisermühle, Viersen
Ich komm’ dann mal her
Wolken, Weiden, Wiesen – das ist das WWW auf niederrheinisch. Das flache Land hat aber auch Herausragendes zu bieten: die Hinsbecker Schweiz und die Sonsbecker Schweiz (in der Nähe von Alpen). Und in die Tiefe tauchen kann man in der Blauen Lagune oder der Südsee – der Niederrhein ist eben sehr vielseitig, hat vieles zu bieten und ist für Touristen eine interessante Region geworden.
Natur
Saftige Wiesen mit schwarzbunten Kühen, knorrige Weiden an kleinen Flüssen und Bächen und darüber ein unendlicher Himmel, mal blau, mal bewölkt, auch mal grau – das ist das Bild vom Niederrhein in vielen Köpfen. Doch der Niederrhein ist mehr: ausgedehnte Wälder bei Kleve (Reichswald) und von Straelen bis Niederkrüchten (Grenzwald), Heidelandschaften, Höhenzüge (bis fast 100 Meter), Seenketten an Nette und Schwalm, Altrheinarme (Bislicher Insel), Landwirtschaft, Gartenbau, Obstbau. Die Natur ist an vielen Stellen schützenwert; deshalb gibt es linksrheinisch den Naturpark Schwalm-Nette mit einem der größten Naturschutzgebiete Nordrhein-Westfalens rund um Schloss Krickenbeck und rechtsrheinisch den Naturpark Hohe Mark im Lipper Land. Und weil es meist so schön flach ist, eignet sich der Niederrhein ideal für kleine und auch größere Radtouren. Zahlreiche Routen mit umfangreichem Kartenmaterial sind ausgeschildert worden.
Geschichte
Zu den ersten Touristen am Niederrhein zählten die Römer, die mit ihren Straßen auch für eine Erschließung der Landschaft sorgten. Man wandelt auf ihren Spuren vor allem im Archäologischen Park in Xanten mit einem ganz neuen Römermuseum. Spätere Herrscher hinterließen dem Niederrhein die Burgen Kleve, Kempen und Linn oder die Schlösser Dyck und Wissen, die Feste Zons und die Herrlichkeit Wachtendonk. An Preußen erinnert die Zitadelle in Wesel (mit dem neuen Preußenmuseum), in Kleve ist noch zu erahnen, dass der brandenburgische Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siegen die Stadt Mitte des 17. Jahrhunderts zu einer Garten- und Parkstadt von europäischem Rang ausbauen ließ. Von Kleve aus wurde Berlins Prachtallee Unter den Linden konzipiert.
Kultur
Der Niederrhein ist die Heimat bedeutender Künstler des 20. Jahrhunderts. Heinrich Campendonk prägte den rheinischen Expressionismus (Villa Merländer, Krefeld; Clemens-Sels-Museum, Neuss), Ewald Mataré eine ganze Bildhauer-Generation (Museum Kurhaus, Kleve). Sein berühmtester Schüler war Joseph Beuys, einer der größten deutschen Künstler in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Seinen Werken begegnet man am Niederrhein auf Schritt und Tritt: im Schloss Moyland Kleve, im Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld oder im Museum Abteiberg in Mönchengladbach. Zu einem einmaligen Experimentierfeld wird der Bereich um die Museum Insel Hombroich (bei Neuss) mit Raketenstation und der Foundation Langen: Hier soll das Raumortlabor Hombroich, eine neue Form der Stadtlandschaft, entstehen. Kirchen Vom römischen Legionär Viktor, der im vierten Jahrhundert im castra vetera (Birten) umgebracht wurde, wird der Königssohn Siegfried wohl kaum etwas gewusst haben, als er von Xanten aus rheinaufwärts loszog, um Kriemhild zu freien. Siegfried wurde unsterblich durch das Nibelungenlied, Viktor lebt weiter durch die ab 1260 errichtete Kirche, den größten Dom zwischen Köln und dem Meer. Nicht weit davon ab steht ein weiteres Zeugnis christlichen Glaubens: die Kirche St. Nicolai in Kalkar mit ihrem Schnitzaltären aus dem 16. Jahrhundert. Neben der Gnadenkapelle ist die Basilika in Kevelaer einer der Mittelpunkte für rund eine Million Pilger im größten Marienwallfahrtsort Nordwesteuropas.
Kunsthistorisch wertvoll sind auch die Münsterkirche auf dem Abteiberg Mönchengladbach und das Quirinus-Münster in Neuss. Kempen hat in einem ehemaligen Franziskanerkloster das Niederrheinische Museum für Sakralkunst eingerichtet, die Klosterkirche Marienthal (Hamminkeln) ist ein Zentrum moderner sakraler Kunst.
Lifestyle
Es geht aber auch kurzweilig zu, etwa beim Schützenfest in Neuss, dem größten weit und breit, oder beim Karneval in Dülken, das über eine Narrenmühle mit Monduniversität verfügt. Man kann alte Handwerke neu entdecken beim Flachsmarkt in Linn oder den Straßenmalern in Geldern zuschauen. Man kann deftig essen oder gepflegte Gastlichkeit genießen: Kochkunst in hoher Vollendung haben die Tester des „Michelin“ und des „Gault Millaut“ häufig gefunden, wobei sie sich darin einig sind, dass die „Traube“ in Grevenbroich Spitze ist. Und wer’s extravagant haben will, der geht mitten im Hochsommer snowboarden oder skifahren in der Skihalle in Neuss – ganz ohne Alpen.
Initiativen
Niederrhein Tourismus GmbH: Die „weiße Industrie“ hat sich in den beiden letzten Jahrzehnten zu einem gewichtigen Wirtschaftszweig am Niederrhein entwickelt. Errechnet wird eine Wertschöpfung von rund 850 Millionen Euro in den Kreisen Kleve, Viersen und Wesel sowie der Stadt Krefeld, die gemeinsam ihre Angebote in der Niederrhein Tourismus GmbH bündeln. Sie hat das Land an Rhein, Niers und Lippe inzwischen so populär gemacht, dass 2008 erstmals mehr als zwei Millionen Übernachtungen (plus 10,3 Prozent) gezählt wurden (nicht eingerechnet sind die 200.000 arktischen Wildgänse, die regelmäßig in den Rheinwiesen „Die Düffelt“ bei Kranenburg überwintern – auch ein Touristenmagnet). Der ADAC reiht den Niederrhein unter die Top Ten der deutschen Radellandschaften ein.
2-Land-Reisen: Grenzüberschreitende Urlaubsreisen bietet dieses Buchungsportal an, das mit den Euregios Rhein-Maas-Nord und Rhein-Waal konzipiert wurde: Radtouren, Wellness-Aufenthalte, Gruppenfahrten – auch über den Jakobsweg am Niederrhein. Ich bin dann mal weg.
Links
Ansprechpartner
Bertram Gaiser
Geschäftsführer
Standort Niederrhein GmbH
02131 / 92 68 592
gaiser@standort-niederrhein.de
Rolf Adolphs
Geschäftsführer
Niederrhein Tourismus GmbH
Willy-Brandt-Ring 13
41747 Viersen
021 62 / 81 79 03
info@niederrhein-tourismus.de
