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Integriertes Entwicklungs- und Handlungskonzept für Alt-Mönchengladbach nimmt Fahrt auf

Mönchengladbach. 306 Seiten starker Entwurf mit 63 möglichen Projekten liegt vor: Rat entscheidet Anfang 2018 über das Konzept/ Sondersitzung BV-Nord und Planungs- und Bauausschuss am 17. Oktober Rheydt hat es vorgemacht, als vor sechs Jahren ein Stadtumbauprozess für die Innenstadt in Gang gesetzt wurde, der mit einem breiten Beteiligungsverfahren für die Öffentlichkeit einherging und die Stadt in die Lage versetzte, dank Fördermittel von EU, Bund und Land 27 Millionen Euro zu investieren. In gleicher Weise geht die Stadt auch in Mönchengladbach vor, um entsprechende Fördermittel für den Stadtumbau von Alt-Mönchengladbach zu generieren. Vor gut einem Jahr startete die Stadt einen Prozess zur Erarbeitung eines Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzeptes (IHEK) für das rund 240 Hektar große Untersuchungsgebiet Alt-Mönchengladbach, das notwendige Voraussetzung für die Antragstellung auf Fördermittel ist. Das Konzept ist ein wesentlicher Baustein in der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt und hat die Stärkung der Innenstadt zum Ziel.

Mit dem Konzept wurde das Büro steg NRW, Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft NRW mbH, aus Dortmund beauftragt, das auch den Entwicklungsprozess Soziale Stadt Rheydt begleitet hat und in Mönchengladbach mit dem Büro urbanista aus Hamburg zusammenarbeitet. Inzwischen liegt ein 306 Seiten starker Konzeptentwurf vor, welcher in Teilen in der Bezirksvertretung Nord vorgestellt wurde und in weiteren Fachausschüssen vorgestellt wird, bevor er in einer gemeinsamen Sondersitzung der Bezirksvertretung Nord und des Planungs- und Bauausschusses am 17. Oktober beraten und beschlossen werden soll. Eine abschließende Beschlussfassung ist nach Rückmeldungen aus den Ministerien und der Bezirksregierung, den einzelnen Gremien und einer weiteren Öffentlichkeitsveranstaltung, welche für Ende Oktober / Anfang November vorgesehen ist, für die erste Ratssitzung in 2018 vorgesehen.

Inhalte des Integrierten Handlungskonzeptes sind unter anderem eine Stärken-/Schwächen-Analyse zum Untersuchungsraum auf Grundlage der durchgeführten Akteursgespräche, Werkstattgespräche und Bürgerdialoge, die Herausarbeitung räumlicher und inhaltlicher Handlungsschwerpunkte und die Entwicklung von Zielen, Maßnahmen und Umsetzungsempfehlungen. Im Rahmen der groß angelegten Bürgerbeteiligung gingen rund 1.500 Anregungen und Kommentare ein, die ebenso bei der Erarbeitung des Konzeptentwurfs berücksichtigt wurden.

„In welche Richtung sich die Projekte entwickeln und um welche Projekte es genau geht, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend fest. Hier handelt es sich zunächst einmal um einen Entwurf mit Maßnahmen, die aus der Analyse heraus ausgearbeitet wurden und zur Förderung vorgeschlagen werden“, so Projektleiter Kajetan Lis vom Fachbereich Stadtentwicklung und Planung, der bereits die Fördermaßnahme Soziale Stadt Rheydt erfolgreich durchführte und weiterhin durchführt. Ende des Jahres soll der Antrag auf Städtebauförderung gestellt werden, den Bescheid erhofft sich die Stadt in der zweiten Jahreshälfte 2018. Die Umsetzung der ersten Maßnahmen ist bei Berücksichtigung des Antrages durch den Fördergeber für 2019 vorgesehen.

„Das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept wird die Stadtentwicklung in den nächsten zehn Jahren prägen. Bereits in drei bis vier Jahren werden wir jedoch ein verändertes Stadtbild vorfinden“, betont Dr. Gregor Bonin, Beigeordneter für Planen, Bauen, Mobilität und Umwelt. „Die Mönchengladbacher Innenstadt einschließlich Altstadt und angrenzender Wohnquartiere soll sowohl in städtebaulicher als auch sozioökonomischer Hinsicht in den Bereichen Städtebau, Wohnen, Verkehr und Freiraum sowie der sozialen Integration und Bildung im Sinne der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt qualifiziert und zukünftig als attraktiver Lebens-, Freizeit- und Erholungsraum wahrgenommen werden“, führt er weiter aus.

Das Untersuchungsgebiet liegt zwischen Breitenbachstraße, Gneisenaustraße, Hermann-Piecq-Allee und Sternstraße im Norden bis Hügelstraße, Viktoriastraße und Lürriper Straße im Süden. In dem Gebiet liegen unter anderem der Europaplatz mit dem Hauptbahnhof und der Platz der Republik mit dem Entreebereich zur City-Ost, der Abteiberg mit Geropark und Hans-Jonas-Park, der Alte Markt, das Gebiet Maria Hilf sowie das Westend und der Vitus-Park. „Hier passiert jetzt schon parallel jede Menge, wie etwa der Wettbewerb für das neue Wohngebiet in der Regentenstraße, der Rahmenplan Abteiberg, die City Ost, für die Gebote vorliegen und die aktuell ausgewertet werden oder das Gelände Maria Hilf, für dessen Entwicklung eine Planungswerkstatt eingerichtet wird. Hinzu kommt noch der Abriss von Haus Westland mit Neubebauung und Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, ein Prozess den wir aktuell sehr intensiv begleiten“, zeichnet Dr. Gregor Bonin die aktuellen Entwicklungen auf.

Auch die zu sanierende Stadtbibliothek, der Adenauerplatz mit angrenzendem Croonsquartier, die Waldhausener Straße und der Kapuzinerplatz spielen hier eine wichtige Rolle. Insgesamt 63 Projekte sind in dem Konzeptentwurf aufgeführt, darunter einige vom Fördergeber vorgeschriebene Projekte wie das Quartiersmanagement, ein Verfügungsfonds für Beteiligte sowie einer für Gewerbetreibende und das Hof- und Fassadenprogramm, das in Rheydt auf sehr gute Resonanz stößt.

Quelle: Stadt Mönchengladbach

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