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LED Linear – Licht von der Rolle

Der erste Eindruck täuscht. Der Firmensitz von LED Linear im Gewerbegebiet von Neukirchen-Vluyn lässt nicht erahnen, dass in diesem kleinen, versteckten Gebäude eine weltweit erfolgreiche Firma sitzt. Sie startete 2006 in einer Garage, seit der Gründung ist das Unternehmen im Schnitt jedes Jahr um 135 Prozent gewachsen. Die Produktion ist mittlerweile auf 3500 m² Produktionsfläche nach Duisburg ausgelagert, aus der One-Man-Show sind heute 100 Mitarbeiter geworden.

Als sich Carsten Schaffarz selbstständig machte, hielten ihn viele für verrückt. Nicht, weil man ihm eine eigene Firma nicht zutraute, sondern wegen des Produktes LED. Diese neue Lichttechnik eroberte zwar weltweit immer mehr Marktanteile, doch die Chinesen dominierten das Angebot bereits mit Billig-Produkten. Wie wolle man damit in Old Germany konkurrieren? Da kommt der zweite Namensbestandteil des Unternehmens ins Spiel, den man leicht überliest, weil man ihn vielleicht nicht sofort einordnen kann: LED Linear. Das Unternehmen in Neukirchen-Vluyn bietet keine Glühbirnen in LED-Technik an, die einen Raum punktuell erhellen, sondern verarbeitet LED-Elemente in lineare Teile, die flexibel oder starr nicht nur normale Neon-Röhren-Leuchten (T 5) ersetzen können. Viele haben das Potenzial dieses Angebotes zuerst nicht erkannt und sprachen spöttisch von „Weihnachtsbeleuchtung“. Mittlerweile sind die Produkte aus Neukirchen-Vluyn weltweit gefragt und werden jedes Jahr  mehrfach ausgezeichnet mit Design- und Technologie-Preisen. Nicht nur die Bundesgartenschau in Koblenz nutzte die Produkte, sondern sie kamen am Fullerton Pavillon, ein schwimmendes Restaurant in Singapur, oder auf Kreuzfahrtschiffen wie der Equinox auf der Meyerwerft zum Einsatz. Und wahrscheinlich jeder hat schon mal die umfließende LED-Beleuchtung der Granitsteine auf dem Friedrich-Ebert-Platz vor dem Deutschen Reichstagsgebäude in Berlin gesehen – live oder im Fernsehen. Der Google Tech Campus in Kalifornien und der Burj Khalifa in Dubai sprechen ebenfalls für sich.

Seit 2009 ist Dr. Michael Kramer mit an Bord. Der Maschinenbau-Ingenieur war zuvor Geschäftsführer der LED Sparte des größten europäischen Herstellers von Lichtkomponenten. Noch als BWL-Absolvent war Schaffarz dort nach einem kleinen „Ausflug“ zur Deutschen Bank eingestiegen. So lernten sich beide kennen, und jeder für sich kam zu dem Ergebnis, die Innovationen in dem rasant wachsenden Markt von LED besser und schneller in einem eigenen Unternehmen vermarkten zu können, als in einem großen Unternehmen mit verschiedenen Produkten.

Selbstbewusst lautet der Slogan des Unternehmens heute „Wir denken Licht“. Und trotz aller Unkenrufe – „die müssen verrückt sein“ – bereuen die ehemaligen Angestellten nicht eine Sekunde ihren Schritt in die Selbstständigkeit. Der Dr. Ing. und der Diplom-Betriebswirt sind beide kreative Köpfe und ergänzen sich ideal. Während ganz Deutschland ein Fußball-Sommermärchen feierte, hat Carsten Schaffarz in seiner heimischen Garage in Rheinberg getüftelt und neue Produkte entwickelt. Dr. Kramer kam als Gesellschafter hinzu, 2009 stieg er voll ein. Beide sagen: Es war damals eine große Herausforderung, alles selber machen zu müssen, was sonst in einem Unternehmen auf viele Schultern verteilt ist. Dazu gehörte viel Kleinklein, wie Rechnungen schreiben, Päckchen packen, zur Post gehen. Nach einem Jahr war die Garage zu klein, das wachsende Unternehmen zog nach Moers ins Eurotec um. Mit Stolz erinnern sie sich heute an die Anfänge: „Wir haben von Tag eins an Umsätze generiert.“  Das Kleinst-Unternehmen ist gut aus den Startlöchern gekommen. Die einfache Idee, einzelne Lichtpunkte linear auszudehnen, erwies sich als zukunftsträchtig. Schon 2005  war absehbar, dass LED den Leuchtmittelmarkt revolutioniert. Die Technologie spart erheblich Energie und ist langlebiger als herkömmliche Glühbirnen.

 

Mit japanischer LED-Qualitäts-Technologie, deutscher Qualitätsarbeit und amerikanischen Standards ist LED Linear weltweit erfolgreich. 2010 zog das junge Unternehmen nach Neukirchen-Vluyn, die Produktion startete in einer 800 qm-Halle, 2012 mietete es eine 3500 qm Halle in Duisburg an. Dort entwickelt und produziert das Unternehmen individuelle Beleuchtungssysteme nach einem Baukasten-System. Der modulare Baukasten füllt einen dicken Katalog, der für Architekten, Designer und Lichtplaner viele Möglichkeiten eröffnet. Auch über ausgesuchte Lichthäuser wie „Licht im Raum“ in Düsseldorf ist die Technologie aus Neukirchen-Vluyn mittlerweile zu erhalten. Von einem Meter bis 10 Meter am Stück sind Lampen denk- und herstellbar. Während Leuchtstoffröhren technologisch ausgereizt sind, geht die Entwicklung bei der LED-Technik noch weiter. Doch schon heute sind Energieeinsparungen von 65 Prozent bei der Beleuchtung eines Klassenraumes möglich. In Zukunft wird das Licht  noch intelligenter werden: Leuchten werden durch Sensoren auf Bewegungen und die Helligkeit draußen flexibel reagieren. Künftig wird sich beim Bewusstsein des Endkunden noch einiges ändern müssen, denn bisher sind sogar hochwertige Luxus-Küchen noch mit herkömmlichen Lichtelementen ausgestattet.

Das junge Unternehmen exportiert rund 80 Prozent seiner Produktion. In diesem Jahr macht es 15 Millionen Euro Umsatz. Von den 100 Mitarbeitern arbeiten 35 am Firmensitz in Neukirchen-Vluyn, 45 in der Produktion in Duisburg, 20 weltweit im Vertrieb. Mit dem Standort Niederrhein sind sie sehr zufrieden, was die Anbindung an das Autobahnnetz anbetrifft. Die Internet-Verbindungen könnten noch weiter ausgebaut werden, was vor allem für Duisburg zutrifft. Für das Gewerbegebiet in Neukirchen-Vluyn wünschen sie sich eine professionelle frische Küche als Alternative zum Fastfood-Angebot.

Stand: September 2014

 

LED Linear GmbH

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47506 Neukirchen-Vluyn

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