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Heute die Technik von morgen testen

Was hat der Niedergang der Videorecorder mit dem unglaublichen Aufstieg des Unternehmens Noffz in Tönisvorst zu tun? Firmengründer Wilfried Noffz, ein Ingenieur für Nachrichtentechnik, arbeitete bei Philipps in Krefeld-Linn in der Produktion von Videorecordern. Dafür entwickelte er Testsysteme. Als Philipps 1989 den Krefelder Standort schloss, machte sich Noffz selbständig – zuerst im Keller seiner Doppelhaushälfte in Tönisvorst, weiterhin mit Mess- und Automatisierungstechnik. Heute, 27 Jahre später, residiert das mächtig gewachsene Unternehmen im eigenen Firmengebäude mit Büros, Produktionshalle und Lager im Gewerbegebiet Tempelshof und platzt schon wieder aus allen Nähten. Schon immer war die Firma für Kunden weltweit unterwegs, heute hat sie Büros in Mexiko und in Shanghai, ein Software-Büro in Ungarn. Die jährlichen Hausmessen für drahtlose und Hochfrequenz-Technologie ziehen rund 100 internationale Gäste an.

Noffz Technologies liegt weiterhin auf Expansionskurs. Verantwortlich sind dafür die drei Geschäftsführer Wilfried Noffz, Markus Solbach und Manuel Bogedain. Auch Sohn Tobias Noffz ist bereits miteingestiegen und wird gemeinsam mit Solbach und Bogedain das Unternehmen in die nächste Generation führen. Die Tönisvorster arbeiten intensiv mit der Automobil- und deren Zuliefererindustrie zusammen. Sie entwickeln und produzieren Prüftechnik für die drahtlose Kommunikation, an der Schnittstelle von Hochfrequenz-Datenübertragungen bieten sie Testgeräte, die für höchstmögliche Zuverlässigkeit und Effektivität sorgen. Mit diesem Nischen-Angebot sind sie weltweit überaus erfolgreich und gefragt.

Schon heute arbeitet Noffz an der technischen Revolution von morgen mit. So werden Fahrassistenzsysteme geprüft, um Fehler auszuschließen. Die höchst komplexe Technologie der Car2Car-Kommunikation beim autonomen Fahren wird mit den Test-Apparaten von Noffz weiterentwickelt und optimiert. Gute Erfahrungen konnten bereits bei der Arbeit an Radarsystemen für Lkw-Abstandsmesssysteme gemacht werden, aktuell werden Module für den E-Call getestet. Ab 2018 gilt die EU-Norm, Neufahrzeuge mit diesem System auszurüsten, das bei einem Unfall, wenn der Airbag ausgelöst wird, ein Signal mit Standort-Angabe absetzt. Die Rettungsdienste erhalten so eine genaue Unfallmeldung, auch wenn das Fahrzeug schwer auffindbar im Feld oder in einer Böschung liegt.

Auch eine neuartige Küchenmaschine wurde in der Entwicklungsphase Tests in Tönisvorst unterzogen. Für die digitale Kochmaschine wurde eine neue Prüftechnik entwickelt, ebenso für einen Staubsaugroboter. Bei der Entwicklung des „Internets der Dinge“ kann ein Unternehmen wie Noffz dem Wachstum regelrecht zusehen. Immer mehr Geräte werden drahtlos vernetzt. Der Kühlschrank meldet seinen Bestand, Heizung und Licht können aus der Ferne geregelt werden, Haushaltsgeräte automatisch in den Nachtstunden sparsam arbeiten. Aber nicht nur in Tönisvorst werden Produkte und Systeme von morgen getestet. Die von Noffz entwickelte Prüftechnik findet weltweit ihren Einsatz. Deswegen eröffnete das mittelständische Unternehmen vom Niederrhein Vertriebsbüros für Amerika (Mexiko) und Asien (China). Auf der einen Seite ist das Unternehmen immer noch ein Familienunternehmen – neben Gründer Wilfried Noffz und Sohn Tobias arbeitet Ehefrau Petra Noffz im Bereich Finanzen und Personal mit – auf der anderen Seite ist das Unternehmen mit zwei weiteren Geschäftsführern und knapp 80 Mitarbeitern zu einem beachtlichen mittelständischen Technologie-Unternehmen angewachsen.
Stand: Oktober 2016

Noffz Computer Technik GmbH
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