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Armaturen für die Welt

Oedt ist ein typisch niederrheinischer Ort. Die ehemals eigenständige Gemeinde, die heute zu Grefrath (Kreis Viersen) gehört, zeichnet sich durch eine lange und reiche Geschichte und ihre Lage inmitten einer wunderbaren Landschaft aus. Zugleich liegen die Metropolen Krefeld und Mönchengladbach nahe. Und – auch das ist typisch für die Region – aus Oedt kommen auch gute Ideen und tatkräftige Unternehmer. Bestes Beispiel ist die Pfeiffer Chemie-Armaturenbau, auch wenn diese inzwischen im benachbarten Kempen ihren Sitz hat. „In der Region verhaftet, aber in der ganzen Welt vertreten“ – so beschreibt Marcus Miertz das Wesen der GmbH, die er als Geschäftsführer leitet. Das niederrheinische Unternehmen hat einen erstaunlichen Aufstieg hinter sich. Alles begann vor mehr als 40 Jahren. 1974 rief Horst Pfeiffer in Grefrath-Oedt einen Ein-Mann-Betrieb ins Leben. 20 Jahre zuvor, damals noch in Babelsberg (Potsdam), hatte er seine berufliche Karriere als Lehrling bei einem Kesselschmied begonnen.

Die Geschäftsidee des Unternehmers (der, wenn es sein musste, auch schon mal einige Tage und Nächte durcharbeiten konnte): Er kleidete Armaturen für die Chemiebranche mit Teflon aus, um sie gegen Säuren, Laugen oder aggressive Gase unempfindlich zu machen. Der Kunststoff, den viele als Bratpfannen-Beschichtung kennen, hatte gegenüber der bislang verwendeten Keramik zwei wesentliche Vorteile: Er ist vergleichsweise preiswert und reagiert nicht so empfindlich auf große Temperaturschwankungen. Schließlich kommen Industrie-Armaturen überall auf der Welt zum Einsatz, sei es in Wüstengegenden oder nahe den Polarkreisen. Sie müssen also auch unter extremsten Bedingungen funktionieren.

Aus der Idee wurde ein großer Erfolg. Heute sind am Standort Kempen mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt. „Wir produzieren alles, was man braucht, um Massenströme zu regeln oder abzusperren“, erklärt der Firmenchef aus dem nahen Wachtendonk. Dazu zählen neben Armaturen auch Klappenventile, Kugelhähne oder sogenannte Molche. Dieser Begriff hat nichts mit den gleichnamigen Amphibien zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine Technik, mit der Rohrleitungen kontrolliert und gereinigt werden können. Pfeiffer bietet zwar auch Standard-Produkte an. Die Kernkompetenz des Mittelständlers liegt aber in den Sonderlösungen. „Wir bauen auch Stückzahl eins“, betont Marcus Miertz. Die Kempener fertigen Teile, die es sonst nirgends zu kaufen gibt. Bei einigen Prozessen ist 100 Prozent Handarbeit gefragt. „Deswegen spreche ich da auch nicht mehr von Fertigung, sondern von Manufaktur“, sagt der Diplom-Ingenieur.

Und mit dem Verkauf ist die Geschäftsbeziehung noch lange nicht abgeschlossen. „Wir sind weiterhin für den Kunden da“, so der Geschäftsführer. Denn: Modifikationen im laufenden Betrieb seien keine Seltenheit. Zum Beispiel, weil verschiedene Chemikalien in den Leitungen ein Mischprodukt ergeben, das in dieser Form in keinem Datenblatt zu finden ist. Hier sind Vor-Ort-Einsätze und ein intensiver Austausch gefragt. „Es macht uns besonders viel Freude, gemeinsam mit dem Kunden Lösungen zu finden.“

Geschätzt wird das Pfeiffer-Know-How auf allen sechs Kontinenten. Dabei ist es sehr hilfreich, dass die GmbH seit Mitte der 90er Jahre zum Samson-Konzern gehört, einer Frankfurter AG im Familienbesitz. Deren Eigenbeschreibung macht deutlich, wie gut die Hessen und die Niederrheiner zusammenpassen: „Wir sind überall aktiv, wo Dinge im Fluss sind: Öle, Gase, Dämpfe, chemische Substanzen.“ Ventile seien das Kerngeschäft. „In unserem Hauptmarkt und in Teilen Europas sind wir unter unserem eigenen Namen sehr bekannt“, sagt Marcus Miertz. Global setze man dagegen auf den Namen und die Vertriebsmöglichkeiten des Mutterkonzerns. Hauptabnehmer der Produkte sind die Chemische Industrie, die Petrochemie sowie Lebensmittelhersteller. Technik aus Kempen findet sich aber auch in der Herstellung von Insulin und Antibiotika.

Für die Zukunft ist die Pfeiffer Chemie-Armaturenbau GmbH bestens gerüstet. Erst kürzlich wurden sämtliche Prozesse überprüft und, wenn möglich, optimiert. Und das ohne große personelle Veränderungen. „Das gesamte Team hat super mitgemacht“, freut sich der Chef. Auch für ein mögliches Wachstum in die Fläche wurde vorgesorgt: Neben dem Bestand von 13.000 Quadratmetern steht direkt gegenüber des Firmensitzes ein leeres Areal von 16.000 Quadratmetern zur Verfügung.

Pfeiffer Chemie-Armaturenbau GmbH
Hooghe Weg 41
47906 Kempen

Telefon: 02152/2005 0
Fax: 02152/1580

www.pfeiffer-armaturen.com
info@pfeiffer-armaturen.com

Stand Anfang 2017