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Rückbau mit cleverem Material-Management

Abrissbirne war gestern. „Rückbau“ nennt das Viersener Unternehmen P & Z sein Metier. Und das ist wörtlich zu nehmen. Muss ein Gebäude abgerissen werden, wird nicht mehr nur mit viel Kraft und roher Gewalt vorgegangen, sondern Stück für Stück abgebaut. Das moderne Vorgehen erleichtert es, Brauchbares zu bewahren, Materialien weitgehend vor Ort für das Recyceln direkt zu trennen. Es vermeidet damit auch Emissionen, sprich es fallen weniger Lärm und Staub an. Ein altes Gewerbe mit modernen Methoden – damit ist P & Z groß und bekannt geworden. Eine Reihe spektakulärer Aufträge geht auf das Konto der Viersener: vom 101 Meter großen Hochhaus der Sparkasse mitten im Zentrum von Hagen über das Düsseldorfer Rheinstadion und die Kölner Messehallen bis zum Konrad-Adenauer-Haus in Bonn. Aber auch mehrere Autobahnbrücken in einem kurzen Zeitfenster gehörten zu den anspruchsvollen Aufgaben. Heute steht das Viersener Unternehmen weltweit auf Platz 36 der Top 100 der Branche. Darauf sind die Mittelständler stolz.

Rot ist durchgehend der Firmenlook. Paul Hermann Prangenberg und Peter Zaum haben das Unternehmen 1982 gegründet – und mischen als erste Generation immer noch in der Geschäftsführung mit, wenn auch das operative Geschäft bei den Söhnen liegt, und die dritte Generation bereits im Unternehmen Verantwortung trägt. Ein Familienunternehmen im besten Sinne eben. Die Gründer, der eine Zimmermann, der andere Straßenbau-Ingenieur, lernten sich bei einem gemeinsamen Auftrag kennen – und taten sich zusammen. Erster Firmensitz war Willich, 1992 zog das rasch gewachsene Unternehmen nach Viersen. In den drei Jahrzehnten der Firmengeschichte hat P & Z es verstanden, konstant einer der Marktführer im Segment Abbruch zu sein. Die roten Viersener Bagger und Lastwagen sind bundesweit unterwegs, alle auf dem neuesten Stand der Technik. In Betrieb sind 57 Bagger von fünf bis 140 Tonnen Gewicht, darunter auch 3 XXL Longfront-Bagger mit bis zu einer Arbeitshöhe von 52 Metern. 20 Lastwagen transportierten den Schutt, 25 Sprinter die Mitarbeiter zu den Baustellen. Heute beschäftigt P & Z 134 Mitarbeiter, dazu kommen fünf Auszubildende.  

Das Kerngeschäft Abriss wird von der privaten Garage bis zu alten Fabrikbrachen komplett aus einer Hand angeboten, ob Rückbau oder Sprengung. Entscheidend sind die vorhandenen Begebenheiten des Objekts und die Wünsche von Auftraggebern und Behörden. Am Ende bleibt kein Schutthaufen übrig, sondern eine „besenreine“ Fläche für einen Neubau. „Wir schaffen Platz für die Zukunft“ ist deshalb auch der Slogan der Firma mit dem Namenszusatz Rückbau, Flächenrecycling und Entsorgung. Bernd Zaum nennt das „von Anfang bis Ende“. Und das meint viel, denn unsere Vorstellung vom Abriss ist recht naiv. Bevor die Bagger anrollen, ist viel Ingenieursarbeit notwendig. Die ganze Bandbreite bedeutet Gutachten zur Belastung des Baus oder des Bodens, Abstimmung mit den Behörden, ja sogar der Abgleich mit den Bombenkratern auf den Luftbildern aus dem Zweiten Weltkrieg gehört dazu. Beim Rückbau wird das betreffende Gebäude entkernt und quasi zum Rohbau zurückgebaut. Die dabei anfallenden Materialien werden für das Recycling getrennt, der Rest entsorgt. Und mit gefährlichen Materialien wie PCB etwa in der Dachpappe oder gar Asbest wissen die Spezialisten des Unternehmens umzugehen. Immer wichtiger wird bei der Rückbau-Arbeit, Lärm und Staub zu verringern, und in allen notwendigen Schritten auf die betroffenen Nachbarn zuzugehen und sie zu informieren. P & Z scheut aber auch keine Sprengungen – wenn es günstiger und praktikabel ist. Der Schutt kann auch direkt vor Ort recycelt werden – was viele Lkw-Fahrten zwischen Baustelle und Firmenstandort überflüssig macht. P & Z ist an mehreren Fachfirmen beteiligt, wie etwa an der RRG. Die Rheinische Recycling GmbH ist Spezialist für die Wiederverwertung von Stahlschrott.

Innerstädtisch Gebäude abzureißen, ist stets eine besondere logistische Herausforderung. Dazu muss man einen Mix aus verschiedensten Informationen einholen, von der Wettervorhersage, über notwendige Umleitungsmaßnahmen bis hin zur Frage, welche Messe gerade läuft. Durch die neuen Medien glauben sich viele Menschen besser und schneller informiert. Seit „Stuttgart 21“ hat die Zahl der „Wutbürger“ zugenommen, die Rück- oder Neubaumaßnahmen skeptisch gegenübersteht. Abbruch ist dabei vielfach negativ belegt. P & Z nimmt die Sorgen der Bürger ernst. Wie das Unternehmen sogar den Denkmalschutz  unterstützt, zeigt ein Beispiel in Köln. Dort konnte bei einem Abriss eine Wandplastik des Künstlers Wolfgang Göddertz gerettet werden. Auf Initiative von P & Z fand die Arbeit einen neuen Platz an einer Fassade im Zentrum von Viersen. Trotzdem sagt Bernd Zaum: „Außer den Kölner Dom reiße ich alles ab“, und ergänzt, „wenn es sinnvoll ist“. Viel alte Bausubstanz ist energetisch und von den Anforderungen nicht mehr zeitgemäß. Mit eigenen Tochterfirmen und Partnern bricht P & Z in die Zukunft auf. Und die bedeutet nicht nur Platz für Neues zu schaffen, sondern dieses Neue auch mitzugestalten und auf alten Brachen ganz neue Quartiere entstehen zu lassen.

 

Prangenberg & Zaum GmbH
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