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Die modernsten Züge der Welt kommen aus Krefeld

Modernste Züge aus Krefeld fahren nicht nur in Deutschland, sondern auch in Russland, Spanien, England, Belgien und vielen anderen Ländern Europas und der Welt. Die Triebzugproduktion in Krefeld ist schon seit 1898 eine spannende Geschichte, heute hat Siemens den Standort zur modernsten Eisenbahn-Schmiede Europas ausgebaut. Der Standort in Krefeld hat seit der Kaiserzeit eine lange Tradition. Dort wurden für die Königliche-Preußische Eisenbahn über viele Jahrzehnte Eisenbahnwaggons gebaut und nach dem Krieg der in den 1950er Jahren beliebte Schienenbus. Aber erst mit der Übernahme 2001 durch Siemens schaffte das Werk den Sprung in die Zukunft. Heute ist der Standort Europas führende Hightech-Schmiede für Hochgeschwindigkeitszüge. Der ICx, von Siemens als der „modernste und umweltfreundlichste Zug der Welt beschrieben“, wird in Zukunft aus Krefeld kommen. Es handelt sich dabei um den bisher größten Auftrag in der 165-jährigen Unternehmensgeschichte von Siemens.

Das zeigt: Die Zukunft hat schon längst angefangen. In den Krefelder Werkshallen entstehen Regional- und Hochgeschwindigkeitszüge für Russland, Deutschland, Großbritannien, Belgien und für die Eurostar-Linie durch den Ärmelkanal-Tunnel. Mehr als 450 Wagenkästen werden im Werk jährlich produziert oder insgesamt 100 Züge. Die Kapazität liegt bei 650 Wagenkästen, wie Werksleiter Ulrich Semsek erklärt. Züge von Siemens Krefeld wurden zum Aushängeschild der Russischen Eisenbahnen. Zwischen Moskau und Sankt Petersburg verkehren die Siemens-Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Velaro RUS als „Sapsan“, zu Deutsch „Wanderfalke“. Die Züge verkürzen die Reisezeit um eine Stunde und trotzen den extremen Witterungsbedingungen von minus bis plus 40 Grad Celsius. Die Triebzüge sind jeweils 250 Meter lang und bieten Platz für 600 Fahrgäste.

Seit Juli 2011 läuft die Produktion der zehn Velaro Eurostar-Züge. 400 Meter sind die 16-teiligen Fahrzeuge lang. Sie werden zunächst auf der Strecke Paris-London und später auch zwischen Amsterdam-Brüssel-London unterwegs sein. Insgesamt hat Siemens weltweit mehr als 300 Velaro-Triebzüge verkauft, zu denen auch der neue ICE 3 der Deutschen Bahn gehört. Alle kommen aus Krefeld. Zurzeit werden in den Werkshallen 54 Regionaltriebzüge Desiro RUS für die Russischen Eisenbahnen gebaut. Sie fahren bereits in und um St. Petersburg im Regionalverkehr und kommen ab 2014 auch in Sotschi am Schwarzen Meer zum Einsatz. Mehrere Züge sind bereits an den Kunden ausgeliefert. Mit Schwerlasttransportern werden sie zum Krefelder Rheinhafen gefahren, wo sie per Schiff über Rotterdam nach Rügen gebracht und von dort mit einer normalen Eisenbahnfähre nach St. Petersburg gebracht werden. Weil die Russische Eisenbahn für ihre Züge eine breitere Spurweite hat, als in Mitteleuropa üblich ist, können die Züge nicht in Krefeld auf die Schiene gesetzt werden. Die Zulassung für den Betrieb der Züge im russischen Eisenbahnnetz konnte drei Monate früher als geplant erreicht werden, so dass sie bereits seit Mitte Januar im regulären Fahrplanverkehr der Russischen Eisenbahn unterwegs sind.

Bereits ab 2014 sollen in Krefeld schon rund 600 Wagenkästen im Jahr produziert werden. Darunter – vorbehaltlich der anstehenden Vertragsunterzeichnung – 1200 Wagen vom Typ Desiro City für die Thameslink-Linie, eine 225 Kilometer lange Eisenbahnstrecke von Bedford durch London nach Brighton. Um die Aufträge bewältigen zu können, investiert Siemens in Krefeld einen zweistelligen Millionenbetrag. In Krefeld sind neue Gebäude entstanden, die bestehenden Produktionshallen wurden umgebaut sowie neue Maschinen angeschafft. Geplant sind zusätzliche Bürogebäude und ein neues Logistikzentrum für gebündelte Materialanlieferung. Rund 2400 Menschen arbeiten in den Werkshallen. Siemens hat sich die attraktive Lage zwischen den rheinischen Großstädten und dem Ruhrgebiet zunutze gemacht und den Standort Krefeld zu einem der wichtigsten Kompetenzzentren der Eisenbahnindustrie ausgebaut. Sehr wichtig ist für Siemens die Ausbildung junger Menschen. In Krefeld werden 200 Azubis und Praktikanten ausgebildet. So vergibt der Konzern Stipendien an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) sowie an der Universität Duisburg-Essen. Gemeinsam mit der RWTH arbeitet Siemens an einer neuen Wagenkastentechnologie sowie an der Verbesserung der Klimatechnik. Mit der Hochschule Niederrhein in Krefeld besteht eine Kooperation zur Ausbildung der Dualen Bachelorstudierenden im Fachgebiet Maschinenbau.

 

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Stand: Februar 2013