X

SUCOs DO BRASIL – Klein-Lateinamerika ganz groß in Neuss

Knallig rote Lippen mit einem gelben Strohhalm – das ist das poppige Firmenlogo von SUCOs DO BRASIL. Was anfangs für eine brasilianische Bar am Wilhelm-Marx-Haus in Düsseldorf warb, steht heute für den Direktimport und Großhandel mit brasilianischen und lateinamerikanischen Getränken und Lebensmitteln. Sucos do Brasil zählt heute zu den ersten Adressen unter den deutschen Importeuren von Genuss- und Lebensmitteln aus Südamerika – ob für Großabnehmer wie Galeria Kaufhof oder die Gastronomie. Lager und Vertrieb zogen im Dezember 2011 von Düsseldorf nach Neuss, wo das Unternehmen an der Stadtgrenze zum Handweiser eine Immobilie gefunden hat, die üppige 1700 qm Lagerfläche und 250 qm Büros bietet plus Rampen mit viel Platz für An- und Auslieferung. Mit der Caipirinha-Welle  1996/97 rückten Brasilien und das Lebensgefühl unter dem Zuckerhut in  Deutschland in den Fokus. Weil damals der weiße, feine brasilianische Rohrzucker hierzulande nicht zu bekommen war, griffen die Barkeeper der Bundesrepublik ersatzweise zu braunem Rohrzucker. Dabei löst sich der weiße brasilianische Rohrzucker, der viel feiner ist als der normale deutsche Zucker, besser auf und wird zum idealen Geschmacksträger. Trotzdem muss man in Deutschland viel Aufklärungsarbeit leisten, weil viele immer noch glauben, zum Caipirinha gehöre nun mal brauner Rohrzucker.

Chef von Sucos do Brasil in Neuss ist Christian Wurm. Der 35-Jährige hat eine brasilianische Mutter und ist mit dem Essen, der Sprache, Kultur und dem Lebensgefühl Brasiliens groß geworden. Weil es in seiner Heimat Frankfurt nicht viel Brasilianisches gab, begann Wurm sehr früh, Waren in Brasilien zu bestellen und zu vertreiben. So lernte er auch Wolfgang Genée kennen, der 1984 in Düsseldorf das Lokal Sucos do Brasil gegründet und um einen Partyservice erweitert hatte. Wer das Nationalgericht Feijoada kochen oder anbieten will, braucht dazu aber schwarze Bohnen, die man erst importieren muss. Der Düsseldorfer und der Frankfurter taten sich zusammen, tagsüber arbeitete Wurm bei Sucos als Produktmanager, abends studierte er  Betriebswirtschaft. Als Genée in Rente ging, übernahm Christian Wurm 2005 die Firma ganz und baute sie aus. Von 2005 bis 2012 verzehnfachte sich der Umsatz, und das Lager in Flingern platzte aus allen Nähten. Ein Mitarbeiter, der am Handweiser wohnt, fand die leerstehende Immobilie in Neuss, die die lange Suche nach einer geeigneten großen Halle rund um Düsseldorf – von Kaarst bis Hilden - beendete. Die Anbindung über die nahegelegene A 52 ist optimal, die  meisten Container kommen in Rotterdam an. Die Sattelschlepper müssen sich jetzt nicht mehr durch die Innenstadt von Düsseldorf quälen. Auch in den zwei Jahren, in denen Sucos do Brasil in Neuss residiert, wächst der Umsatz weiter um 10, 15 Prozent pro Jahr. Jetzt setzt Wurm auf das Brasilien-Fieber durch die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016. Große Chancen sieht Wurm für Guaraná Antarctica, eine typisch brasilianische koffeinhaltige Limonade mit Guarana-Extrakt. Der Hersteller ist  Sponsor der brasilianischen Nationalmannschaft. Auch in Deutschland passt dieses Produkt in den Trend der Zeitgeist-Limonaden. Das Neusser Unternehmen hat jetzt eine Kooperation mit dem Großhändler Lekkerland abgeschlossen, der Guarana zur Fußball-WM über Kioske und Tankstellen in ganz Deutschland vertreiben wird.

Die Sport-Großereignisse pushen Brasilien nach vorne. Sucos do Brasil importiert aber Waren aus ganz Lateinamerika. Und so ist das Bier Presidente aus der Dominikanischen Republik ein absoluter Renner. Viele Deutsche kennen es aus ihrem Urlaub auf Dom Rep und holen sich mit dem Bier ein wenig karibisches Urlaubsfeeling nach Hause. Aber auch Exoten wie Cristal, das „Cerveza de los Andes“ aus Peru, und Cubanero Fuerte aus Kuba finden sich im Angebot. Ein noch wichtigerer  Schwerpunkt als Bier ist bei Sucos das Angebot an Rum und Cachaca. Der brasilianische Cachaca wird aus frisch geerntetem Zuckerrohrsaft destilliert, während Rum aus der Zuckerrohrmelasse – ein Zuckersirup, der als Nebenprodukt der Zuckerherstellung entsteht - gewonnen wird.  Von den 600 Artikeln im Sortiment fallen allein 100 auf verschiedene Rum-Angebote aus ganz Lateinamerika. Sucos do Brasil dürfte damit von der Vielfalt einer der größten Rum-Importeure Deutschlands sein. Beliefert werden Kunden in ganz Europa, von Irland bis Griechenland.

Ein vergleichsweise noch kleines Segment macht der brasilianische Wein aus. Obwohl Brasilien im Süden über ähnlich günstig gelegene Weinbauflächen wie Argentinien und Chile verfügt, sind brasilianische Weine bei uns noch nahezu unbekannt. War Brasilien in den 1990er Jahren überhaupt noch kein Weinland, so explodiert dort mittlerweile die Nachfrage. Seitdem sich im Schwellenland Brasilien eine neue Mittelschicht entwickelt, steigt nach dem Vorbild der Europäer der Weinkonsum im Inland. Als der frühere brasilianische Präsident Lula da Silva 2008 bei einem Staatsempfang für Nicolas Sarkozy einen Rotwein ausschenkt, lobt der Franzose den hervorragenden Bordeaux – der aber ein brasilianischer Wein war. Zumindest erzählt man sich die Geschichte so in Brasilien. Wurm vertreibt Weine des Gutes MIOLO, das italienische Einwanderer 1900 gegründet haben. Französische Önologen haben dem Wein heute den letzten Schliff gegeben.

Christian Wurm versucht, wenigstens einmal im Jahr nach Brasilien zu reisen. Dort ist er dann auf der Suche nach neuen Trends und Produkten. Am liebsten geht er zuerst in die Supermärkte, um zu beobachten, was die Leute einkaufen. Aber er verfügt über ein gutes Netzwerk, das Entdeckungen im Lande schnell weiter vermittelt, und Messen bieten ebenso einige Neuheiten. Sucos ist in erster Linie ein Großhandel, verkauft aber die Produkte auch online an Privatkunden (www.brasil-latino.de).

 

SUCOs DO BRASIL-Productos Latino GmbH
Graf Landsberg Straße 9
41460 Neuss
Tel. 02131 40656-0
Fax 02131 40656-7

info@sucos.com

www.sucos.com

 

Stand August 2013