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Kurze Wege zum Wissen

Hier irrt Hanns-Dieter Hüsch. Der niederrheinische Kabarettist hat einmal behauptet, seine Landsleute wüssten nichts, könnten aber alles erklären. Die Niederrheiner wissen schon etwas, aber damit sie auch immer ganz vorn mitreden können, arbeiten sie gern mit denen zusammen, die Wissen produzieren: mit den Forschern an der RWTH Aachen, an den Universitäten Köln, Düsseldorf oder Duisburg-Essen, im Forschungszentrum Jülich oder auch mit den niederländischen Universitäten in Maastricht, Eindhoven, Nijmegen oder Wageningen. Für die Unternehmer am Niederrhein sind die Wege kurz, um exzellente Forschung in Auftrag zu geben oder zu nutzen. Dass sie dies häufig und erfolgreich tun, zeigen ihre weltweit nachgefragten Produkte.

Doch so „ganz ohne“ sind die Niederrheiner zwischen Rhein und Maas nun auch nicht. Sie haben seit knapp 40 Jahren die Hochschule Niederrhein, die mit 14.500 Studierenden zu den fünf größten Fachhochschulen in Deutschland zählt. Sie genießt vor allem im Bereich Textil und Bekleidung internationalen Ruf. Mit innovativen und internationalen Studiengängen entwickelte sie sich zur gefragtesten Hochschule in Nordrhein-Westfalen (Auslastung 137 Prozent). In den zehn Fachbereichen Chemie, Design, Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Gesundheitswesen (alle Krefeld), Oecotrophologie, Sozialwesen, Textil- und Bekleidungstechnik sowie Wirtschaftswissenschaften (alle Mönchengladbach) bietet sie mehr als 40 Studiengänge, von denen Chemie, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheitswesen, Textil- und Bekleidungstechnik sowie Tourismus, Catering und Hospitality Services aktuell die stärksten Zuwächse verzeichnen. Hinzu kommen einige Europäische Studiengänge. Internationale Abschlüsse sind in 19 Bachelor- und in 15 Masterstudiengängen möglich.

An der Hochschule Niederrhein gibt es acht Forschungsinstitute und vier Kompetenzzentren, von denen das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung anerkannter Forschungsschwerpunkt des Landes NRW für Textil ist. Es wird ergänzt durch das Deutsche Textilforschungszentrum Nord-West (DTNW) in Krefeld (als Institut der Universität Duisburg-Essen) und das wfk-Forschungsinstitut für Reinigungstechnologie in Krefeld als An-Institut der Hochschule Niederrhein. Mit ihren Entwicklungen sind die Forschungsinstitute auch immer wieder beim Forschungs- und Innovationspreis vertreten, den die IHK Mittlerer Niederrhein alle drei Jahre auslobt.

Mit dem Hauptstandort Kleve und der Nebenstelle Kamp-Lintfort nimmt die Hochschule Rhein-Waal zum Wintersemester 2009 ihren Betrieb auf. Sie bietet an beiden Standorten mit ihren Fachbereichen Technologie und Bionik, Life Sciences, Gesellschaft und Ökonomie und Kommunikation und Umwelt jeweils das vollständige Angebot einer Hochschule. Die neuen Studienplätze wurden hauptsächlich in den so genannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) geschaffen und werden als duale Studiengänge angeboten, bei denen Studium und Berufsausbildung miteinander kombiniert sind. Zum Start gab es zwei Einstiegsfächer in englischer Sprache: „Bio Science and Health“ und „International Business and Social Sciences“".

Die Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM) ist am Niederrhein in Neuss vertreten. Sie bietet Berufstätigen und Auszubildenden ein berufsbegleitendes Studium in Abend und Wochenendvorlesungen, das zu sechs Bachelor- oder sieben Masterabschlüssen führt. Die 1991 von Wirtschaftsverbänden gegründete Hochschule ist vom Land Nordrhein-Westfalen anerkannt und vom Wissenschaftsrat akkreditiert.

Der Niederrhein verfügt über ein dichtes Netz von Berufskollegs für die schulische Ausbildung junger Leute. Die berufliche Weiterbildung leisten vor allem die Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern. Die Landwirtschaft verfügt in Kleve über eine Meisterschule und in Kempen über ein Deula-Bildungszentrum; im Gartenbauzentrum Straelen wird die Weiterbildung mit intensiven Versuchsanordnungen in Gewächshäusern verbunden (aktuell: Düngemitteleinsatz, Energieeinsparung). Weiterbildung für die Führungsetagen der Wirtschaft bietet die WestLb-Akademie Schloss Krickenbeck in Nettetal.

Wie war das noch mal mit Hüsch? Sicher von ihm nicht ernst gemeint.

Links

Hochschule Niederrhein

Hochschule Rhein-Waal

Fachhochschule für Ökonomie und Management

Deutsches Textilforschungszentrum Nord-West e.V.

Wfk Forschungsinstitut für Reinigungstechnologie e.V.

DEULA Rheinland GmbH Bildungszentrum

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

IHK Mittlerer Niederrhein

IHK Niederrhein

WestLB Akademie Schloss Krickenbeck