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Gemeinde und Politik erörtern die Möglichkeiten für Windkraft in Elmpt

Niederkrüchten. Auf dem Gelände des ehemaligen britischen Militärflughafens in Elmpt entsteht in den kommenden Jahren der „Energie- und Gewerbepark Elmpt“. Auf rund 150 Hektar entwickelt ein Investor Flächen für Unternehmen aus der Region und darüber hinaus. Gleichzeitig soll die Gewinnung regenerativer Energie einen Schwerpunkt auf dem Gelände darstellen. Insbesondere der Bereich der ehemaligen Start-/Landebahn bietet sich für die Installation von Photovoltaik- und Windkraftanlagen an. In Deutschland und somit auch in Nordrhein-Westfalen steht der Gewinnung erneuerbarer Energien und dem Aufbau der dafür notwenigen Anlagen oftmals der Artenschutz entgehen.

Schutzgebiete für bestimmte Tierarten verhindern häufig die erfolgreiche Planung neuer Windkraftanlagen. Auch das Vogelschutzgebiet im Bereich des ehemaligen Militärflughafens stellt bei den derzeitigen Planungen eine solche Herausforderung dar. Der in Deutschland als gefährdet eingestufte Ziegenmelder, eine Nachtschwalbenart, steht hier im Fokus des Artenschutzes. Eine mögliche Erweiterung des vorhandenen Schutzgebiets würde dem Bau von Windkraftanlagen auf der Landebahn entgegenstehen. Derartige Konstellationen gibt es in Deutschland und Nordrhein-Westfalen immer wieder. Vor diesem Hintergrund kündigte Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck im April an, bundesweit einheitliche Kriterien zu entwickeln, die die Ausweisung neuer Flächen für die Windkraft ermöglichen. Hierzu sollen eine Liste „kollisionsgefährdeter“ Vogelarten sowie ein artenspezifischer Tabubereich
in direkter Nähe zu Brutplätzen und weitere Prüfbereiche gehören. Außerhalb dieser Bereiche wären keine weiteren Prüfungen notwendig.

Genehmigungsverfahren könnten entsprechend erleichtert und beschleunigt werden, während Betreiber von Windkraftanlagen sich an Artenhilfsprogrammen beteiligen sollen. Grundsätzlich sollen erneuerbare Energien im überragenden öffentlichen Interesse liegen und somit eine Ausnahme vom Artenschutz für
Anlagen an Land vorliegen. Am Freitag besuchte Oliver Krischer, Mitglied des Bundestags und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister
für Wirtschaft und Klimaschutz Niederkrüchten. Ziel des Treffens mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft war es, die Chancen für die möglichen sieben Windkraftanlagen auf dem Gelände zu erörtern und einen verlässlichen Rahmen für weitere Planungen zu schaffen. Nach dem Austausch im Rathaus bestand Einigkeit: Die im Raum stehenden Gesetzesänderungen ermöglichen eine Perspektive für die Windkraft in Elmpt, ohne den Artenschutz außer Acht zu lassen. Mit Blick auf die Entwicklung des Gesamtgeländes appelliert Bürgermeister Karl-Heinz Wassong jedoch an alle Beteiligten: „Die Entwicklung der Gewerbeflächen auf dem Militärgelände wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Nun müssen wir schnell Klarheit haben, ob auch die Voraussetzungen für die Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien auf der Fläche künftig gegeben sind. Nur so können wir beide Folgenutzungen gemeinsam planen und umsetzen. Auch darf der Schutz des Ziegenmelkers nicht schwerer wiegen als das Ziel, unabhängig von Energie zu werden, die die perfiden Ziele eines Kriegstreibers finanziert Wenn wir die Anlagen auf dem Gelände realisieren, schaffen wir ein Pilotprojekt, das auch überregional ein Zeichen setzt.“

Quelle: Gemeinde Niederkrüchten

Im Anschluss an die Veranstaltung trug sich Oliver Krischer (li.) ins Goldene Buch der Gemeinde Nieder-krüchten ein. Rechts Bürgermeister Karl-Heinz Wassong | Foto: Gemeinde Niederkrüchten

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